Winterzeit

Wintersonnenwende

Hast du es bemerkt, im ganzen Trubel der Vorweihnachtszeit?
Die längste Nacht des Jahres haben wir am 21.12. überschritten. Die Sonne beginnt wieder zu steigen und von Tag zu Tag wird es wieder heller.
Für viele ist das ein Aufatmen. Viele Menschen fühlen sich in der dunklen Jahreszeit nicht gut. Doch was wäre, wenn wir nicht gelernt hätten, Dunkelheit als etwas Schlechtes oder Beängstigendes zu sehen?

Im Dunkel des Mutterleibs entsteht neues Leben.
In der Dunkelheit schlafen wir und erholen uns.
Im Dunkeln ruht der Samen, bis er zu keimen beginnt.

Was wäre, wenn wir gelernt hätten, dass wir in der Dunkelheit näher mit uns in Kontakt sind? Dass wir dort Zugang zu unseren inneren Welten finden können?  Was wäre, wenn wir gelernt hätten, mit unseren Gefühlen achtsam umzugehen, wir die Offenheit und Neugierde besäßen uns unseren inneren Welten zu öffnen?

Vielleicht wäre der Dezember dann eine ruhigere Zeit. Vielleicht würden wir weniger hetzen, nicht von Geschäft zu Geschäft laufen, um Geschenke zu besorgen und alles perfekt vorzubereiten. Stattdessen hätten wir Raum für Stille und Einkehr – nach der wir uns tief im Inneren sehnen.

Vielleicht zündest du eine Kerze an. Betrachtest das Licht in Dankbarkeit und nimmst gleichzeitig die Dunkelheit wahr, die es umgibt. Spüre in dich hinein: Was macht das mit dir?
Vielleicht wird etwas ruhiger in dir. Vielleicht erkennst du, dass es beides braucht:
Licht und Dunkelheit.
Innen und außen.
Trubel und Stille

 

Ausrichtung für das neue Jahr

Zu Beginn eines neuen Jahres nehmen wir uns oft vieles vor. Wir sind offener für Veränderungen, formulieren Ziele und Wünsche. Und doch ist die Enttäuschung groß, wenn die Neujahrsvorsätze schon im Februar wieder verschwunden sind.

Für mich bedeutet Leben tägliche Veränderung. Ziele fühlen sich für mich manchmal wie Traumschlösser an – schön, aber kraftlos.
Ich probiere deshalb etwas anderes: Jeden Tag schaue ich, wie ich innerlich ausgerichtet bin. Welche Haltung lebe ich? Entspricht sie dem, was mir wirklich wichtig ist?

Oft merke ich, wie alte Muster wieder auftauchen. Dann hilft es mir, mich bewusst daran zu erinnern, wofür ich stehen möchte. Meine innere Ausrichtung trägt all das in sich, was ich in die Welt bringen will. So erschaffen wir unsere Welt – und gleichzeitig ist es eine Kunst, offen zu bleiben für das, was uns begegnet.

Raunächte

Vielleicht möchtest du in diesem Jahr die Raunächte bewusst erleben und dir jetzt Zeit für dich nehmen. Es gibt viele Rituale für diese zwölf Tage, die sich eignen, um nach innen zu schauen.
Ich glaube je freier du von Konzepten und Vorgaben bist, umso mehr werden die eigentlichen Kräfte wirken können.
Mach es dir schön und gemütlich. Ein wenig Räucherwerk, ein wenig Kerzenlicht, viel Stille, viel Rückzug, viel Ruhe.

Raunächte

Raunächte (Rauchnächte)

Die 12 Raunächte beginnen in der Nacht vom 24.12 auf den 25.Dezember.
In manchen Gegenden wird die erste Raunacht bereits am 21.12. begangen, aber vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig ein genaues Datum zu haben. Es ist die Zeit der längsten Nächte, die Zeit der Dunkleheit in der das Licht neu geboren wird.

Unsere Vorfahren lebten in dieser Zeit zurückgezogen, es wurde keine Wäsche gewaschen, das Jahresrad stand still und das Leben fand zu Hause statt. Nach draußen traute man sich nicht, denn Frau Perchta fegte durchs Land und prüfte die Herzen der Menschen.
In dieser Zeit wurde im Haus und in den Ställen geräuchert. Man verwendete Beifuß, Wacholder oder Salbei. Das Alte wurde verabschiedet, damit das Neue Einzug halten konnte.

Es ist eine magische Zeit. Sie wird auch die Zeit außerhalb der Zeit genannt. Die Schleier zu unseren Ahnen und der Anderswelt sind dünner. Wir werden eingeladen innezuhalten. Es ist eine Zusammenfassung an uns selbst. Eine Rückschau und ein neu erschaffen.

Lasst uns zur Ruhe kommen und Innehalten. Wenn unser Geist frei ist, wird es für uns eher möglich, in tiefen Kontakt mit uns selbst zu sein.

Was möchtest Du leben? Was hält dich davon ab zu Sein?