Wo stehen wir?

Selbstwert ist eine der zentralen Säulen unserer psychischen Gesundheit und unseres Wohlbefindens. Doch erstaunlich viele Menschen erkennen ihren eigenen Wert nicht. Gesellschaftliche Erwartungen, Leistungsdruck, Vergleiche mit anderen und negativen Erfahrungen können das Selbstbild verzerren und zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen.

Wir sind der Überzeugung wir müssten erst etwas leisten, um jemand zu sein. Interessanterweise will dieses Spiel keiner spielen und doch tun wir es, oft unbewußt.

Wo kommen wir her?

Indigene Völker, die in enger Verbindung mit der Natur leben, scheinen solche Herausforderungen oft nicht in gleichem Maße zu kennen. In ihrer Weltanschauung ist der Mensch nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Ganzen – eines Netzwerks aus Erde, Himmel, Tieren und Pflanzen. Dieses tiefe Eingebundensein vermittelt ein Grundgefühl von Wert und Zugehörigkeit, das nicht an äußere Leistungen oder gesellschaftliche Normen gekoppelt ist.

In solchen Kulturen wird oft der individuelle Beitrag zur Gemeinschaft geschätzt, und Wertschätzung entsteht durch das Sein, nicht durch das Tun. Die Natur selbst wird als Spiegel der eigenen Existenz betrachtet: Wie jeder Baum, jeder Fluss und jeder Stern einen Platz im Universum hat, so hat auch jeder Mensch seine Daseinsberechtigung – einfach, weil er existiert.

Wie kann es gehen?

Vielleicht liegt ein Teil der Antwort auf unsere modernen Selbstwertprobleme in der Rückbesinnung auf diese universellen Zusammenhänge. Wenn wir erkennen, dass unser Wert nicht von äußerlichen Faktoren abhängt, sondern aus unserer bloßen Existenz entspringt, können wir uns mit einer neuen Tiefe annehmen. In der Verbindung zur Natur, zur Gemeinschaft und zu uns selbst liegt möglicherweise der Schlüssel, unser eigenes Licht wieder zu sehen.

Wenn ich nachts in den Sternenhimmel schaue, mich in die Dunkelheit hinein sinken lasse und diese Stille wahrnehme, fühle ich mich verbunden, voller Demut und Glück, ein Teil davon zu sein. Da gibt es keine Zweifel, alles ist und ich bin.