Wer bist du?
Wer bist du?
Wer bist du ohne deine Rolle als Mutter oder Vater, ohne die Rolle als Tochter oder Sohn, ohne die Rolle als Angestellte oder Chef?
Wer bist du wirklich?
Das ist eine der wesentlichsten Fragen, die wir uns im Leben stellen können. Und gleichzeitig eine Frage, auf die wir vermutlich nie eine endgültige Antwort erhalten werden. Vielmehr ist sie eine Einladung zu einer lebenslangen Entdeckungsreise.
Wie wir uns von uns selbst entfernen
Wir kommen als kleine, unbeschwerte Wesen auf diese Welt. Voller Neugier, Freude und Lebendigkeit. Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie folgen ihrer Intuition, entdecken die Welt aus dem Bauch heraus und bringen ihre ganz eigenen Interessen, Talente und Fähigkeiten mit. In Kindern brennt das Willensfeuer, sie wissen genau, was sie wollen.
Doch irgendwann verändert sich etwas. Vielleicht sind es prägende Ereignisse als Kind, in denen du lernst, dich zurückzunehmen, dich anzupassen, lieb brav und nett zu sein, um Liebe und Anerkennung zu bekommen. Oder vielleicht ist die Schulzeit für dich sehr prägend gewesen. Plötzlich sollst du still sitzen, funktionieren und gute Noten schreiben. Später, in der Jugend, beschäftigen dich die Herausforderungen des Erwachsenwerdens, während im Hintergrund ständig die Stimmen der Erwachsenen präsent sind: „Mach etwas aus deinem Leben“, „Lern etwas Vernünftiges“, „Sorge für deine Zukunft“.
Für viele bleibt dabei wenig Raum, die eigenen Fähigkeiten wirklich zu entdecken und zu entfalten. Interessen werden oft hintenangestellt, weil vermeintlich wichtigere Dinge Vorrang haben. Den eigenen Wünsche und Bedürfnissen nachzugehen könnte unter Strafe stehen.
Das Leben im Hamsterrad
Irgendwann übernehmen wir die Lebensweise, die uns vorgelebt wird als unsere eigenen.
Wir gehen arbeiten, verdienen Geld, bauen uns ein Leben auf. Vielleicht begegnen wir einem Lebenspartner, gründen eine Familie und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig drehen wir uns weiter im Hamsterrad des Alltags – oft unabhängig davon, wie erschöpft oder überfordert wir uns dabei fühlen.
Denn so ist das Leben doch, oder?
„Man muss schließlich Geld verdienen.“
Haben wir uns dieses Leben erschaffen, nur um zu funktionieren, Verpflichtungen zu erfüllen und finanziell über die Runden zu kommen?
Wenn etwas fehlt
Mit der Zeit beginnt der Körper vielleicht zu protestieren. Erschöpfung, innere Unruhe, Schlafprobleme oder andere Beschwerden zeigen sich. Oft suchen wir nach schnellen Lösungen, um wieder leistungsfähig zu sein und den Alltag weiter bewältigen zu können.
Vielleicht erreichst du deine gesetzten Ziele und strebst nach materiellem Besitz.
Und trotzdem bleibt manchmal dieses Gefühl: Etwas fehlt.
Die Rückkehr zu deinem Wesenskern
Vielleicht fehlt die Verbindung zu deinem wahren Wesen. Zu dem Teil in dir, der schon immer da war. Zu deinem Kern. Zu dem, was du im Herzen bist.
An diesem Ort in dir gibt es keinen Druck, keine Erwartungen und keinen Zwang, jemand sein oder etwas leisten zu müssen. Dort findest du Ruhe, Klarheit und ein Gefühl von zuhause.
Vielleicht liegt der Sinn im Leben woanders? Nicht im Erreichen von Zielen. Vielleicht geht es darum deinem inneren Kompass zu folgen, ohne zu wissen, wohin dein Weg führt. Einfach nur Schritt für Schritt zu gehen. Das erfordert Mut und Vertrauen und hat mit unserer Erziehung oder gesellschaftlichen Ansicht nicht viel zu tun.
In welcher Haltung willst du deinen Weg gehen? Wie willst du Entscheidungen treffen?
In der Verbindung mit deinem Ureigenen, entsteht oft mehr Freude, Leichtigkeit und Sinnhaftigkeit. Du beginnst, Entscheidungen aus deinem Inneren heraus zu treffen, anstatt nur äußeren Vorgaben zu folgen. Du wirst authentischer, integer gegenüber dir selbst und gestaltest dein Leben bewusster – nicht so, wie es dir vorgegeben wird, sondern so, wie es sich für dich wirklich stimmig anfühlt.
Eine Frage zum Schluss
Was wäre, wenn wir schon als Kinder lernen würden, diesen Teil in uns wahrzunehmen und ihm zu vertrauen?
Wie würden wir leben?
Welche Entscheidungen würden wir treffen?
Und vor allem:
Wer wärst du dann?




